Alanen in 28mm für DBA

Am Anfang stand eine Einladung zu einem DBA-Wochenende, das die Zeit der Spätantike und Völkerwanderung zum Thema hat. Da ich in diesem Setting noch nicht viel gemacht habe, es mich aber schon interessiert, sagte ich dann schonmal zu und schaute, was ich alles dafür habe.

Ich fand eine Figurenbox, die ich mir schon vor Jahren, eigentlich für SAGA, gekauft hatte und ein Buch über die Hunnen.

Hunnen mag ich aber nicht spielen, da ich befürchte, dass diese Armee, mit ihren vielen leichten Reitern, schwierig zu spielen ist. Da fehlt mir einfach die Praxis.

Also entschied ich mich für ein anderes Reitervolk, die Alanen.

Diese kommen ursprünglich aus der Nähe des alten Skythenreiches am schwarzen und kaspischen Meer, sind aber auf  ihrer Wanderung bis nach Spanien gekommen. Ich peile ungefähr die Zeit der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern um 451 n.Chr gegen Atillas Hunnen an. Da waren sie in Gallien angesiedelt (Alan/Alain ist heute noch ein gängiger französischer Vorname) und mit den Westgoten verbündet. Sie haben dann in der Schlacht unter dem Kommando von Aetius, seinen West-Spätrömern und an der Seite der Westgoten von König Theoderich gegen die Hunnen und Ostgoten gekämpft.
Soweit so gut...
Da ich nicht glaube, dass DBA 3.0 in 28mm in meinem Spielerkreis "das nächste große Ding" wird, beschloss ich, lieber alte Reste zu verwursten, anstatt mit größeren ggfs. Brexit-Problemen behafteten Figurenbestellungen mein Hobby-Budget zu schröpfen.

Also ist Kitbashing im großen Stil angesagt. Dabei kommt mir zugute, dass man scheinbar nicht  genau weis, wie Alanen damals ausgesehen, angezogen und ausgestattet waren. Auch die DBA-Armeeliste umfasst über 1000 Jahre Alanentum in Europa.

Hier sind die Boxen, die ich noch hatte und dafür verwenden wollte:

Ich fing an mit den Rittern. Hier benutzte ich hauptsächlich die Mongolenpferde und -unterkörper und die Kettenhemd-Oberkörper und Köpfe der Wikinger. Vielen Helmen spendierte ich noch einen Helmschopf um sie "osteuropäischer" aussehen zu lassen.

 

Auch ein paar Spangenhelme konnte ich dem Wraith abschwatzen und verbauen.

Daneben bemalte ich die Gripping Beast Steppenreiter wie sie aus der Box kommen.
Diese hier habe ich auf 50mm Rundbasen gestellt, damit ich sie auch für Skirmish-Systeme verwenden kann und DBA-gerechte Unterlegbasen gebaut:

Die Infanterie habe ich ähnlich wie die Ritter umgebaut und ge-kitbashed. Vor allem die Frostgrave-Barbarenköpfe gefallen mir ausgesprochen gut dazu.
Vielen Helmen knetete ich einen Pelzbesatz aus Green Stuff.

Hier in fertigem Zustand:

Die beiden Elemente Klingenkämpfer (Blades) habe ich wild zusammengebaut. Sie sollen aus einem Mix aus übergelaufenen Westrom-Legionären, abtrünnigen Hunnen, alanischen Bauern und angeheuerten Goten bestehen.
Hier sieht man den fertig umgebauten und bemalten Stand, die Basierung ist gerade in Arbeit:

Die übrigen Elemente und vielleicht noch ein paar kurze Spielberichte folgen.

...

Hier habe ich noch drei Elemente leichte Reiterei bemalt:

Und die Infanterie basiert:

 

Update 17.05.2021:

Ich habe als letztes das Generals-Element bemalt und mich schon gefreut, dass damit die Armee fertig ist. Aber als ich das Generals-Base neben die anderen Ritter stellte, hat der Scale Creep voll zugeschlagen: die SAGA Minis sind im direkten Vergleich zu den umgebauten Plastics wesentlich kleiner !!

Hier fällt das noch gar nicht so sehr auf:

Aber von hinten sieht das anders aus, z.B. achtet man auf die Pferdeärsche:

Der Höhenunterschied vor allem bei den Pferden fällt sehr auf. Das kann ich so nicht lassen. Wahrscheinlich muss ich noch ein Plastik-Ritter-Base bauen und bemalen. Der Zinn-General wird dann von der Base gerissen und einzeln basiert.

Meiner Motivation hat das erst mal einen gehörigen Dämpfer gegeben und bisher habe ich mich darum gedrückt, das letzte Element zu bauen :-(

 

"Als König Artus römischer Imperator wurde "

(Bericht DBA-Völkerwanderungskampagne Juni 2021)



Die Kampagne spielt zur Zeit der Völkerwanderung ca. 400-455 n.Chr.

Gespielt wurde nach den Regeln von DBA 3.0

Ich spielte mit als Alane. Da die Kampagne viele Teilnehmer hatte und fast alles parallel ablief, kann ich den Bericht auch weitgehend nur aus dem eigenen Blickwinkel verfassen, da bis auf den Kampagnenleiter wahrscheinlich keiner einen kompletten Überblick hatte.



Meinen größten Dank an Decebalus für die allzeit faire, umsichtige und souveräne Kampagnenleitung und an Frank Bauer für den besten Wargaming-Gastgeber der Welt.



Ich liefere noch Fotos von der Kampagne nach, wollte euch aber jetzt zuerst den Bericht nicht vorenthalten:





Die Alanen unter Fürst Sangiban dem Älteren starteten wie beide Hunnen in Scythia, außerhalb des römischen Reiches.

Schon von Beginn an startete die Diplomatie.

Ich wurde als erstes vor den römischen Senat eingeladen, was sofort misstrauische Blicke der anderen Barbarenspieler auf mich zog.

Man startete ein diplomatisches Geplänkel in dem die Römer ausloten wollten, ob ich mich als Foederat gewinnen ließe.Ich befürchtete aber, dass wenn ich schon so früh ein Angebot annahm, ich bis zur ersten Wertungsrunde vielleicht schon wieder einige Provinzen verloren haben würde. Ich wollte zuerst plündern und dann später ein Foederati-Angebot annehmen...im Nachhinein vielleicht schon meine erste Fehlentscheidung.

Die Westgoten von König Alarich und Björns Mauren waren nicht so wählerisch und gründeten Reiche in Gallien bzw. Nordafrika.

Listig entschieden sich die Römer, alle Zugänge aus den Barbarengebieten ins Reich mit ihren Armeen zu besetzten. Ich versuchte in Rhaetia, mir den Weg ins Imperium zu erkämpfen.

Wie sich herausstellte, hatte sich wohl König Artus auf seiner britischen Insel unterfordert gefühlt und war nach Osteuropa gereist (tatsächlich waren aber die anfänglichen Teilreiche der Römer zufällig ausgelost worden).

 

So ging mein 1.Spiel gegen König Artus´ Romano-Briten.

Mein Plan sah vor, seine Speerträger mit einigen leichten Reitern zu binden bzw. mit meinen Axtkämpfern (Blades) zu bekämpfen, während ich seine berittene Tafelrunde und sonstigen Kavalleristen mit meinen Rittern besiegte. Im Versuch die kompakte britischen Linie auseinander zu ziehen, versuche ich links eine Umgehung mit Fussplänklern und leichter Reiterei. Ich vernichte eine gegnerische Kavallerie und Plänkler, verliere aber selbst meine Psiloi.

Die Romano-Briten spielten insgesamt sehr defensiv, da sie eine weitere Umfassung durch meine leichten Reiter befürchteten. Diese hatten sich aber bald zu nahe herangewagt und wurden von einem Überraschungsangriff von Artus und seinen Rittern überrumpelt, verwürfelten das Handgemenge und wurden zerschlagen. Ohne weitere Gegenwehr verlor ich 2:4.

Damit wurde es nichts mit Plündern und dem Einfall ins römische Imperium und ich musste in Scythien bleiben.



Aber immerhin hatte ich gegen einen sehr guten Spieler und den Augustus verloren :-/



Der Kampfesdurst der Alanen war noch nicht gestillt und ich plante mit den beiden Hunnenarmeen in der Nähe ein gemeinsames vorgehen. Meine Armee wurde von jeweils 3 Einheiten leichter Reiterei von Attilas und Bledas Hunnen unterstützt. Sie trafen auf Cäsar Theodosius von Ostrom, der wiederum Unterstützung von Artus´ Romano-Briten erhielt.   

Beide Armeen sind etwa gleich stark. Die Unterstützungen müssen erst aufs Schlachtfeld gewürfelt werden. 

Aber gerade als eine meiner leichten Reiter dabei ist, die linke Flanke von Theodosius´ Römern zum umreiten, schlägt das Pech zu und mit perfektem Timing kommen Artus´Briten genau passend aufs Feld. Sie umzingeln meine einsamen Steppenreiter und machen sie nieder.

Attila erscheint danach ebenfalls und bindet die Briten im Reitergeplänkel. Um ihn zu unterstützen preschen meine Ritter vor und besiegen eine oströmische Kavallerie. Aber der vermeintliche Vorteil rächt sich bitter, weil meine Ritter dadurch meine beiden Axtkämpfer alleine haben stehen lassen.

Die oströmischen Kataphrakten kommen und reiten, leider ohne nennenswerte Gegenwehr, meine beiden Infanterien im ersten Ansturm nieder.

Da sich das alles auf der rechten Schlachtfeldseite abspielt, haben es Bledas Hunnen auf der linke Flanke wesentlich leichter. Sie umgehen die restlichen Oströmer und plündern deren Lager ! 

Meine Ritter kämpfen verbissen gegen Artus Tafelrunde und es sieht eigentlich recht gut für mich aus. Leichte Hoffnung auf einen Sieg regt sich.

Aber das Schicksal schlägt erneut zu, als mit einem unglücklichen 1:6 Wurfergebnis einer meiner adeligen Ritter völlig unerwartet ins Gras beißt. Zusammen mit den beiden verlorenen Axtkämpfern und dem umzingelten leichten Reiter bedeutet das erneut den Armeebruch und die Niederlage.

Während im römischen Reich einige Barbaren und Foederaten schon fröhlich dabei sind, Reiche zu gründen und Provizen anzuhäufen, haben es die Alanen und die Hunnen noch nicht mal geschafft die römische Grenze zu passieren !



Die Alanen ziehen sich erneut nach Scythia zurück um ihre Truppen aufzufrischen. Ich kommandiere nur 3 Reitereinheiten ab, um einen erneuten Angriff auf Thracia, diesmal geführt von Bledas Hunnen gegen Cäsar Theodosius aus Ostrom zu unterstützen. Auch Atillas Hunnen unterstützen Bleda, während Theodosius Zuzug von Driscoles´Mauren und Aetius´ Weströmern erhält, die aus unerfindlichen Gründen in unserem Teil Europas auftauchen. 

Der sorglose Bleda belastet sich nicht mit unwichtigen Gedanken über Taktik, Wahrscheinlichkeiten und Nahkampf-Faktoren und greift die Oströmer nassforsch an. Sein Mut wird belohnt, als er Einheit um Einheit der Oströmer besiegt. Aber dann treffen alle Unterstützer auf der gleichen Flanke ein und ich bin bald in ein zähes Reitergeplänkel mit den Weströmischen Kavalleristen verwickelt. Zu allem Unglück besiegen die auch eine Einheit meiner Adeligen, ohne dass ich Verluste verursachen kann.

Das Gefecht ist so intensiv, dass ich noch nicht mal sagen kann, ob unsere Seite die Schlacht gewonnen oder verloren hat, als zum allgemeinen Abbruch geblasen wird.



Nachbetrachtung: Ein Blick auf die Kampagnekarte verrät, dass die Oströmer besiegt wurden und nach Dakien zurückweichen müssen, während Bledas Hunnen endlich eine römische Grenzprovinz erobern können.



Anschließend folgt die erste Organisationsphase. Fast alle Römer und auch die Westgoten als Foederaten der ersten Stunde, bekommen viele Siegpunkte für ihre beherrschten Provinzen und ihre Siege. Die lange Erfolglosigkeit der Mehrzahl der östlichen Barbaren schlägt sich auch in der Punktetabelle nieder, so dass die führenden Positionen eindeutig römisch besetzt sind. Aber es gärt unter den Cäsaren...

 

Die Sassaniden können unter viel persischem Getue und Beschwichtigungen doch schon ein bemerkenswert großes Reich im nahen Osten errichten. Meine Alanen füllen die gebeutelte Armee auf, sind aber auf einem der hinteren Tabellenplätze.



Die Allianz der Römer zeigt erste Risse und auch die Wachsamkeit an den Reichsgrenzen geht flöten.

Mein Alanenfürst Sangiban der Ältere versucht erneut einen Einfall in Rhaetien, das diesmal von dem Romano-Briten Thomasius verteidigt wird. Der Beginn verläuft sehr vielversprechend, als es gelingt die Gegner zu blocken, bzw. an der linken Flanke sogar zu umreiten. Zum ersten und letzten Mal gelingt es meinen leichten Reitern in der Kampagne ein gegnerisches Lager zu erobern. Im Anbetrachtet dessen, dass fast die Hälfte meiner Armee aus leichten Reitern besteht, eine enttäuschende Quote.

Doch dann geht meinen siegestrunkenen Steppenreitern die Puste aus. Während die Römer Truppen in Windeseile nach hinten abziehen können, fehlen mir die Bewegungspunkte zum wegreiten. Zwei Einheiten leichte Reiter werden im Bereich des geplünderten Lagers im Weinrausch gestellt und widerstandslos abgeschlachtet.

Meine Truppen auf der rechten Flanke haben es währenddessen geschafft die langsamen britischen Speere auszumanövrieren und gehen gerade daran, deren Linie aufzurollen. Der Sieg ist in greifbarer Nähe !

... doch was passiert ?

 

Sangiban der Ältere schaut vom Zentrum aus wohlwollend auf seine erfolgreiche rechte Flanke, als er frontal von einem Verzweiflungsangriff der letzten britischen Reiterei getroffen wird. Zu abgelenkt, schafft es der alte Fürst nicht mehr rechtzeitig sein Schild hochzureißen, als ihm ein junger britischer Recke die Lanze durch den Leib treibt (erneut ein 6:2 Würfelwurf gegen mich !).

Ein entsetztes Aufraunen geht durch die Reihen der Alanen, Würfel werden in Wut und Verzweiflung übers Schlachtfeld geschmissen, als der sicher geglaubte Sieg sich in eine so plötztliche und schwere Niederlage verwandelt. "Snatching defeat from the claws of victory" - auf höchstem Niveau !



Deprimiert und tief demoralisiert ziehen die geschlagenen Alanen erneut nach Scythien zurück.

Will der Einbruch ins Imperium denn nie gelingen ?

Schon wieder gilt es die Toten zu bestatten, neue Truppen anzuwerben und vor allem, den neuen Fürsten, Sangiban den Jüngeren zum Armeeführer zu ernennen. Der neue Fürst ist der ehrlichen, tapferen aber letztendlich elenden Grenzüberfälle leid. Er beteiligt sich lieber am Ränkespiel der Cäsaren Roms und es  gelingt ihm, Cäsar Thedosius von Ostrom als Mentor zu gewinnen. Kein Wunder, wir haben zwar schon mehrfach gegen ihn gekämpft, richtig gefährlich wurden wir ihm aber eigentlich nie.

Der verschlagene Oströmer plant nichts weniger, als den Sturz des Imperators / Augustus Artus. Also

unterwerfen sich die Alanen als Foederati dem Oströmer mit dem Versprechen einer Provinz, wenn die Ursurpation erfolgreich ist.

Im allgemeinen Tumult verpassen die leichtsinnigen Alanen aber auszuhandeln, wo diese Provinz denn genau liegen soll...



Die große Schlacht findet in Ostrom (Byzanz) statt. Die Alanen schicken einige Ritter und leichten Reiter.



Ursupator Theodesius von Ostrom ist verbündet mit der Armee der Sassaniden, weitere Unterstützung kommt von Bledas Hunnen.

Augustus Artus Romano-Briten haben als Verbündeten Driscoles Mauren aus Nordafrika und als Unterstützer die Mit-Briten von Cäsar Thomasius.

Es entspinnt sich eine sehr spannende und nervenaufreibende Schlacht an der die Alanen aber wenig Anteil haben. Die Alanen treffen auf der Seite der Sassaniden ein und binden immerhin über das Spiel etwa die doppelte Anzahl an Mauren, ohne jemals auf Schwertlänge an sie heran zu kommen. Sie bedrohen auch das maurische Lager, kommen aber nicht mehr rechtzeitig an.

Denn die Entscheidung fällt an der anderen Flanke und im Zentrum. Erneut können die glücklichen Hunnen Bledas auftrupmfen, indem sie das gesamte britische Hilfskontingent Thomasius´ auslöschen. Die beiden Hauptkontrahenten im Zentrum schenken sich nichts. Schon früh muss Cäsear Theodosius schwer verwundet vom Schlachtfeld getragen werden. Aber offensichtlich kann der Imperator diesen Vorteil nicht recht ausnutzen. Im Gegenteil: wenig später wird auch er von einer Verräter-Legion niedergehauen und muss ebenfalls das Schlachtfeld verlassen. Den entscheidenden Punkt machen tatsächlich die zögerlichen Sassaniden, als es ihnen gelingt, maurische Reiter niederzumachen. Die Schlacht endet knapp und sehr verlustreich mit 7:6.

Ostrom triumphiert.



Der neue Augustus Theodosius wird natürlich sofort von den anderen, am Umsturz unbeteiligten Cäsaren bestürmt, die weiterhin ihre Schäflein im Trockenen halten wollen. Auch die (zugegeben erfolgreichen) Verbündeten werden fürstlich entlohnt. Durch den geringen Anteil am Sieg können die Alanen leider nicht viel fordern. Sie werden mit einer Provinz und einem Foederaten-Vertrag abgespeist.

Aber meine Provinz liegt in Narbonensis und muss dort Spanien gegen den mächtigen, gefürchteten und landhungrigen Gotenkönig Alarich verteidigen. Dieser wetzt auch sofort die Messer und fletscht die Zähne, begleitet von dem Versprechen eines kurzen Kampfes und schnellen Totes.

Trotz allem Unwohlsein wollen sich die Alanen nicht einschüchtern lassen. Ein paar Vorteile hat man als Anhänger Roms ja auch (außer sauberem Wasser, guten Straßen und Kanalisation ;-)

 

Angriff ist die beste Verteidigung, denkt sich Alanenfürst Sangiban. Und bevor er gleich um seine einzige Provinz kämpfen muss, kommt er Alarich zuvor und greift dessen Provinz Gallia Inferior an. Alarich zieht auch sofort drohend mit seiner Armee herbei. Doch der junde Sangiban hat sich der Freundschaft Westroms versichert, so dass Feldherr Aetius drei römische Einheiten zur Unterstützung schickt.



Nominell sind die Westgoten mit ihren vielen Stammeskriegern den Rittern der Alanen unterlegen, aber ein Wolkenbruch hat das Schlachtfeld aufgeweicht und große Teile davon sind über Nacht morastiges Gelände geworden, das die Gotenkrieger schützt und meinen Steppenreitern ihren Vorteil nimmt. Gotenkönig Alarich ist nicht mehr so agressiv und bleibt schön in seinem Matsch stehen. Das wiederum gibt den Weströmern von Aetius viel Zeit, auf dem Schlachtfeld zu erscheinen, und die Goten zu umreiten. Ich blockiere frontal die Goten im Gelände so dass die Weströmer das gotische Lager erobern und zwei Goteneinheiten töten können. Es sieht alles danach aus, dass das kleine römische Unterstützungskontingent den Alanen die Schau stiehlt. Mein eigenes Umgehungsmanöver geht furchtbar schief, als meine leichten Reiter von gotischen Fussplänklern erschossen  werden.

Um die Ehre zu retten, beschließt Sangiban den Angriff auf einige im Freien stehende Goten. Eine Warband wird von den alanischen Axtkämpfern auch fachmännisch zerlegt, aber dann kommt sofort die nächste Schmach, als Rine Rittereinheit der Alanen von ungewaschenen Stammeskriegern zu Fuss und im offenen Gelände weggehauen wird, obwohl sie die einfach nur hätte niederreiten müssen. Aber der Erfolg der Römer rettet den Alanen den Hintern und so wird dieses Gefecht mit 4:3 gewonnen. Dabei haben die Alanen 1 Punkt gemacht und 3 abgegeben, so dass es sich immer noch nicht wie ein Sieg anfühlt. Immerhin, Gallia Inferior wird die zweite alanische Provinz.



Die letzte Kampagnenrunde bricht an und es wartet ein großes Finale. Cäsar Thomasius wirft sich in Pose und fordert Imperator Theodosius heraus. Dieser reagiert eiskalt, schickt seine Praetorianer-Garde und die macht alle Umsturzversuche des Romano-Briten zunichte. Aber die Verwerfungen im römischen Reich gehen tiefer, als man glauben mag. Der ehemalige und zwischenzeitlich gestürzte Imperator König Artus von Britannien erhebt sich gegen seinen Bezwinger und fordert Theodosius ebenfalls heraus. Dieses Mal sind die Prateorianer nicht zur Stelle und Theodosius von Ostrom muss auf dem Schlachtfeld seinen Thron verteidigen. Ich springe ihm sofort als treuer (wenn auch erfolgloser) Foederat zur Seite. Auch der maurische Wendehals Driscoles wirft sich unserem geliebten Imperator um den Hals und wird sogar akzeptiert !

König Artus erhält Unterstützung von Robs Mauren (die Mauren können sich wohl auch nicht leiden) und DONisus von Ostrom. Dieser hat umfangreiche Ländereien in Gallien. Diesmal wollen sich die Alanen nicht übertölpeln lassen und ich fordere von meinem Imperator für die Bündnistreue, alle gallischen Provinzen des Umstürzlers DONisus, was mir auch zugesagt wird.



Der Kampf findet in Mauretania statt. Die beiden Hauptkontrahenten beharken sich im Zentrum, Driscoles lahme Mauren kommen erst sehr spät und haben kaum Einfluss auf die Schlacht. Meine Alanen kommen schon früh aufs

Feld, ebenso aber auch in der Nähe die gegnerischen Unterstützer der Mauren und rebellischen Oströmer. DONisus ignoriert die Alanen und macht sich auf den Weg zur Plünderung von Thedosius´Lager. Die gegnerischen Mauren sind auf Gemetzel aus und treffen auf die Alanen. Ich werde sogar noch von imperialen Oströmern im Kampf unterstützt, verliere aber auch bei besten Chancen erneut alle Nahkämpfe. Der Rest geht so traurig zu Ende, wie er angefangen hat. Die Mauren umzingeln meine Alanen und töten 2 von 3.

Aber auch Theodosius hat seine großen Tage hinter sich und verliert zwei Einheiten. Die Schlacht geht verloren und damit alle Träume der Alanen.

König Artus ist wieder römischer Imperator und verbannt Theodosius in eine bedeutungslose Grenzprovinz.



Aber auch anderenorts gibt es Umwälzungen:



Atillas Hunnen greifen mit Rusus´Ostgoten Byzantium an, vertreiben dort die Römer und Sassaniden und errichten ein barbarisches Ostreich.



Der rachsüchtige Gotenkönig Alarich hat Westroms Aetius nicht verziehen, mich unterstützt zu haben (beide hatten wohl irgendwelche Absprachen, die vielleicht oder vielleicht auch nicht gebrochen wurden). Jedenfalls greifen Alarichs Westgoten die ewige Stadt Rom an. Sie werden unterstützt von Geiserich und dessen Vandalen. Aetius kämpft alleine, da alle anderen Cäsaren mit dem Umsturzversuch vollauf beschäftigt sind. Trotz tapferer Gegenwehr geht Aetius letztendlich unter und ROM wird von den Goten Alarichs erobert.

Dies bringt Alarich in der Abschlusstabelle so viele Siegpunkte ein, dass er zum Kampagnensieg schießt.

Die nächsten Plätze gehen an einige alteingesessene Römer.



Als Foederati dürfen die Alanen in den zwei Provinzen bleiben und werden erwartungsgemäß vorletzter, da nur Robs marodierende Mauren noch erfolgloser waren als sie.         

     



Nachbetrachtung:



Wie dieser Kampagnenbericht zeigt, wird Geschichte also nicht immer von den Siegern geschrieben :-)



Ein tolles, aufreibendes, heißes, frustrierendes und spannendes DBA-Kampagnenwochenende ist vorbei.

Es gab viele DBA-Spiele in allen möglichen Größen, treffen mit den ganzen Hobbyfreunden, die man jetzt corona-bedingt so lange nicht mehr gesehen hat, begleitet von viel Tabletop-Talk, einem großartigen Grillmenü und sogar noch einem höchst unterhaltsamen Warcry-Skirmish mit dem lieben Don.



Spieltechnisch hab ich mein bestes gegeben, aber es hat sich gezeigt, dass mir einfach Regelerfahrung, Weitblick und Würfelglück gefehlt hat, um oben in der Tabelle mit zu spielen.

Es ist beinahe sogar so, dass immer da wo ich an entscheidenden Schlachten beteiligt war, ich eher zu einem gegnerischen Sieg beigetragen habe :-/

 

Es hat sich tatsächlich auch so angefühlt, ein kleiner unbedeutender Foederat zu sein, der sich zwar am Spiel der Großen beteiligen, ihnen aber nie gefährlich werden kann.



 

Letztendlich gab es auch einige sehr passende historische Parallelen zu unserer Kampagne:



- Attila und Bleda beginnen zusammen, Bleda scheidet plötzlich aus (er wird ja historisch von Atilla ermordet) und Attila regiert allein (und steht vor Ostrom mit den Goten)

- Rom wird durch Aetius verteidigt, später dann doch von den Westgoten unter Alarich erobert

- die Alanen gründen vorübergehend ein kleines unbedeutendes Reich im heutigen Spanien und Frankreich (als Foederaten)